Nationalpark Plitvizer Seen

Region: Kvarner Bucht Festland

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Es gibt Ausflüge, die kann man hundert Mal im Leben machen. Ausflüge zu den Plitvicer Seen lohnen sich immer. Das atemberaubende Naturschauspiel des Nationalparks mit seinen 16 blaugrünen, miteinander verbundenen Seen ist für die ganze Familie ein beliebter Ausflugsort. Die Plitvicer Seen sind eben zu jeder Jahreszeit interessant. Und tatsächlich, selbst wer immer wieder kommt, hat das Gefühl, zum ersten Mal dort zu sein. Im Frühling führen die Wasserfälle besonders viel plätscherndes Nass und der Park leuchtet grün, während sich dem Besucher im Herbst ein buntes Farbenspiel bietet. Im Sommer führen die Wege eng am herabstürzenden Wasser entlang. Da wird es schwierig, trocken zu bleiben. Wem die kleine Dusche nicht reicht, der kann, beschallt von Vogelgezwitscher, ein Bad in den Seen wagen, die sich schon mal auf badewannenwarme 24 Grad aufheizen. Und im Winter? Dann verwandeln sich die Plitvicer Seen in eine Märchenlandschaft. In Schnee getaucht, treten die Seen über die Ufer, verwandeln den Nationalpark in ein System aus Bächen und kleinen Strömen. Das sieht so unwirklich aus, dass man sich unverzüglich in den Arm zwicken muss. Das rauschende Wasser, die Stimmen von über 150 Vogelarten, bunte Schmetterlinge und der Geruch: Dies ist UNESCO-Weltnaturerbe!

Von einer Naturschutzvereinigung in Obhut genommen wurde das Seensystem bereits 1893. Offizielles Naturschutzgebiet sind die 29.482 Hektar, von denen nur zwei Prozent für Gäste zugänglich sind, seit 1949. Bis zum Bürgerkrieg 1991 waren die Seen eine große Touristenattraktion. Am 31. März 1991 nahmen aufständische Serben das Nationalparkzentrum in Beschlag. Erst im August kontrollierte die kroatische Armee wieder den Park. 900.000 Besucher kommen jedes Jahr und staunen

Die landschaftliche Schönheit blieb unversehrt; die Hotels und Einrichtungen waren komplett ausgebrannt. Mittlerweile sieht man nichts mehr von diesen fatalen Jahren.

Ganz verraten haben die Plitvicer Seen ihre Geheimnisse noch nicht. Forscher arbeiten stetig daran, dem gesamten Phänomen auf den Grund zu gehen. Durch die Ablagerung von Kalziumkarbonat aus dem Wasser an Algen und Moos entsteht ein poröses Gestein, der Travertin. In Folge der ständigen Ablagerung dieses Materials wachsen die Trennwände, die Barrieren zwischen den Wasserfällen, die Dämme, Kanäle und Kaskaden. Durch seine Kraft zerstört das Wasser aber zugleich einzelne Travertin- Barrieren, dynamische Wasserfälle ergießen sich deshalb von See zu See und enden nach acht Kilometern im letzten Wasserfall, der sich in den Fluss Korana stürzt. Aufgrund der vorherrschenden Naturphänomene wird aus Pflanzenresten und Moosen stets neues Gestein gebildet. Somit gewinnen die zahlreichen Wasserfälle zunehmend an Höhe.

Die Plitvicer Seen werden in die größeren oberen Seen mit ihrer waldreichen und sanften Hügellandschaft und in die kleineren unteren Seen eingeteilt, die in einem wilden und felsigen Canyon liegen. So bilden diese Seen den imposanten und fruchtbaren Mittelpunkt der Buchen-, Tannen- und Fichtenwälder, die sich an den Hängen der bis zu 1200 Meter hohen Berge aneinander reihen.

Nicht nur die Umgebung der Plitvicer Seen wechselt ihre Farben. Durch die gelösten Mineralstoffe, die Organismen im Wasser, den vom Regen eingetragenen Schlamm oder den Winkel des einfallenden Sonnenlichts zeigt sich das Wasser mal in Grau, in Azurblau oder strahlendem Grün - meist aber ist es durchsichtig und kristallklar, so dass man bis auf den acht Meter tiefen Grund sieht, wo Pflanzen und versteinerte Bäume zu erkennen sind.

Zu den höchsten Wasserfällen zählen der große Wasserfall (kroat. Veliki slap) im untersten Bereich der Seen, über den sich der Fluss Plitvica stürzt, und der Galovacki buk an den oberen Seen.

Aufgrund der geringen industriellen Entwicklung der Region und der frühen Schutzmaßnahmen haben viele seltene Tierarten überlebt. Ungekrönte Könige des Parks sind Braunbären und Wölfe. Hirsche, Luchse, Wildschweine, Kaninchen, Füchse und Dachse haben hier ihren Lebensraum. Wanderfalken, Steinadler un verschiedene Fledermausarten sind Herscher der Lüfte. Derzeit zählen Forscher unterschiedliche Schmetterlingsarten und 157 verschiedene Vögel.

Keine Frage: ein Paradies der besonderen Art und sehenswert!

WIE „DER SCHATZ IM SILBERSEE" VERFILMT WURDE - Winnetou in Jugoslawien

Selbst wer noch nie an den Plitvicer Seen war, hat sie vermutlich doch schon mal gesehen - im Fernsehen! Denn der älteste Nationalpark des ehemaligen Jugoslawien diente in den 60er Jahren als Kulisse für die „Winnetou"-Filme. Die grünen Karl-May-Bände waren damals der Renner. 1962 beschloss der Filmproduzent Horst Wendlandt, den populärsten Roman zu verfilmen: den „Schatz im Silbersee". Der geeignete Drehort für diese deutsche Western-Variante fand sich in Jugoslawien. „Kaluderovac Jezero" heißt der „Silbersee in Wirklichkeit - er liegt im Nationalpark Plitvicer Seen. Der Kino-Streifen wurde ein Kassenschlager und die spektakuläre Filmlandschaft zur Pilgerstätte für weitere Dreharbeiten. Eine regelrechte Karl-May- Welle überrollte nun die deutschen Kinos und sorgte später für Straßenfeger-Effekte, als die Filme ins Fernsehen kamen. Die anrührende Musik des deutschen Komponisten Martin Böttcher wurde prägend für alle weiteren Karl-May- Verfilmungen. Mal ganz abgesehen von den Publikumslieblingen Pierre Brice als Winnetou und Lex Barker als Old Shatterhand. Die unwegsamen, bergigen Drehorte forderten eine beachtliche logistische Leistung: In 150 Versandkisten musste der Requisitenfündus hin- und her transportiert werden. Die Darsteller und das Team folgten jeweils in einer Karawane von 30 Autos und Lastwagen.